„Bittet – und ihr werdet empfangen!“ sagt Jesus noch in den Abschiedsreden zu seinen Jüngern. (Joh 16,24) Ja, wenn wir denn nur genau wüssten, woran es uns heute in Kirche und Gesellschaft mangelt! Wenn wir nur entdecken könnten, was die eigentliche Not unserer Zeit ist! Wenn wir nur erkennen würden, worin das wirklich Not-wendige besteht, um das es sich zu bitten lohnt! Es mag überraschend sein, dass schon Paulus diese Schwierigkeit kannte. Der Apostel sagt es deutlich: „Wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen.“ Aber Paulus weiß auch: „Der Geist selber tritt für uns ein mit Seufzen, das wir nicht in Worte fassen können. Und Gott, der die Herzen erforscht, weiß, was die Absicht des Geistes ist: Er tritt so, wie Gott es will, für die Heiligen ein.“ (Römerbrief 8,26f) Von einem neuen Aufbruch in der Kirche ist in diesen Monaten viel die Rede, nicht nur beim Katholikentag in Mannheim, der an diesem Sonntag zum Abschluss kommt. Neue Wege sollen gefunden werden, wie das Evangelium wirksam verkündet werden kann. Das wird aber nur gelingen, wenn wir Christen unseren Glauben neu entdecken. Papst Benedikt ermutigt in seinem Grußwort für Mannheim die Katholiken in Deutschland dazu, den Glauben der Kirche in seiner Schönheit und Frische wiederzuentdecken. Dazu ist jeder einzelne von uns aufgerufen: Sich den Glauben immer tiefer anzueignen. Beten wir in diesen Tagen um den Geist Gottes, damit wir zuversichtlich in die Zukunft gehen können. Einen gesegneten Sonntag wünscht
Dr. Heinrich Bernhard Kraienhorst, Pfarrer
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