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Joseph Ratzinger kommt nach Rom

Vor 30 Jahren: Joseph Ratzinger kommt nach Rom



Am 25. November 2011 sind es genau dreißig Jahre her, dass Joseph Ratzinger nach Rom kam: Der Kardinal aus München wurde Leiter der vatikanischen Glaubenskongregation. Das war ein entscheidender Wendepunkt in seinem Leben. Ratzinger war damals 54 Jahre alt und erst seit ein paar Jahren Bischof. Den neuen Papst Johannes Paul II. hatte er bei der Papstwahl 1978 richtig kennengelernt:

„Ich habe mich spontan mit ihm sehr gut verstehen können, aber dass er da an mich denken würde, das ist mir nicht durch den Sinn gegangen.“

Die vatikanische Glaubenskongregation war über Jahrhunderte hinweg eine Domäne der Italiener gewesen. Erst Papst Paul VI. hatte damit begonnen, der Kurie ein internationales Gesicht zu geben.

Geistliche aus Deutschland verirrten sich allerdings so gut wie nie in ein kuriales Spitzenamt.

Am 25. November 1981 wird Joseph Ratzinger zum neuen Präfekten der Glaubenskongregation ernannt. Bis er in Rom ankommt, ist es März 1982: Der Abschied von Deutschland fällt ihm nicht leicht. Ratzinger lässt sich in die Pflicht nehmen, aber angesichts der sich abzeichnenden Auseinandersetzung mit Befreiungstheologen ist ihm klar, dass er im neuen Amt so manche Pfeile auf sich ziehen wird.

„Es gibt eben die bekannten Vorstellungen davon, wie die Deutschen sind, und insofern liegt es nahe, dann Entscheidungen, die Missfallen erregen, dann auch der deutschen Sturheit zuzuschreiben und diesem Prinzipien-Fanatismus, dieser mangelnden Flexibilität – das alles doch auch als Ausdruck deutschen Wesens anzusehen. Als das Wort Panzerkardinal erfunden wurde, war da sicher eine solche Anspielung auf das Deutschtum mit verbunden…“

In „Seilschaften“ ließ er sich an der vatikanischen Kurie nicht hineinziehen. Stattdessen machte er mit seinen klaren Analysen von sich reden. Was er denn gelernt habe in seiner Zeit in Rom, fragte ihn Radio Vatikan vor ein paar Jahren, als er noch Kardinal war. Ratzingers Antwort:

„Ja, ich habe in diesen 25 Jahren vor allem gelernt, mir nichts zu fest vorzunehmen. Was mir aber besonders am Herzen läge, wäre, noch ein Buch über Jesus Christus zu schreiben.“
Das hat er dann auch geschafft – aber da war aus dem Kurienkardinal längst Papst Benedikt geworden. Seit 30 Jahren ist er in Rom, seit sechs Jahren Papst. Die Geschichte geht weiter.

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